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Zusammenfassung

Bereits während der Umsetzung einer regelbasierten Wertsteuerung sollten Sie sich auf die Änderungen in den Betriebsprozessen vorbereiten. Die Eigenschaften von Regelwerkskomponenten und die Mächtigkeit von Regelwerkslogiken machen es erforderlich, einige Dinge im Betrieb neu zu denken. Wenn Sie die Risiken der Einführung von Regelwerkskomponenten frühzeitig transparent machen, werden Sie auch im IT-Betrieb zu guten Lösungen kommen. Ohne Anpassung der Betriebsprozesse wird es aber nicht gehen.

Leseprobe

…Performanceprobleme, Fehler und sonstige Erscheinungen sollten also ernst genommen werden. Verlassen Sie sich nicht allein auf das allgemeine IT-Incident-Management oder die gemeldeten Fehler und deren Beseitigungsprozesse (siehe ▶ Abschn. 10.2.2). Sowohl für die fachlichen als auch für die technischen Analysen brauchen Sie Loggingmechanismen und Auswertungen, die Ihnen ermöglichen, das Verhalten einer Regelwerkskomponente in Abhängigkeit vom Einsatzkontext zu beobachten.

  • Stellen Sie sich frühzeitig die Frage, wie Sie das zeitliche Antwortverhalten beobachten werden.
  • Wie können Sie die Situationen analysieren, in denen Ihr Regelwerk immer besonders lange braucht?
  • Welche Gemeinsamkeiten weisen die Eingangsparameter in diesen Situationen auf und welcher Teil der Logik wird durchlaufen?
  • In welchen Situationen haben Fallbacks zugeschlagen?
  • Wie oft fehlen Daten, die Sie in der Logik benötigt hätten und die nun einen Daten-Fallback (▶  Abschn. 4.4.1) nutzen müssen?

Der IT-Betrieb kann Ihnen diese Antworten niemals geben, auch wenn Sie noch so vehement danach fragen werden….

oder

…Wie Sie bereits im ▶ Abschn. 10.2.1 zum IT-Betrieb erfahren haben, verhalten sich Regelwerkskomponenten höchst eigenartig. In Fehlersituationen können die Ursachen in fehlerhaftem Code oder den verarbeiteten Daten liegen oder gar konzeptioneller Natur sein. Gerade diese Eigenschaft macht es besonders schwer, aus den Symptomen die Ursache zu erkennen. Denn: Fehler sind nicht immer Fehler! Besonders deutlich wird das beim Bearbeiter, der in der Regel nur die Ergebnisse der wertsteuernden Instrumente und der darunterliegenden Regelwerke zu Gesicht bekommt. In den agentenlosen Kanälen ist es überhaupt nur der Kunde selbst, der mit den Ergebnissen leben muss. Wie wir im ▶ Abschn. 10.1 zum fachlichen Betrieb bereits gehört haben, sollte das Regelwerk selbst gewisse Situationen ausschließen, um Schlimmeres zu verhindern. Eine Provision in Höhe von 10.000 Euro durch einen Regelberechnungsfehler sollte durch sinnvolle Max-Funktionen als Begrenzer genauso ausgeschlossen sein wie Verhandlungsbudgets in Höhe von 0,01 Euro oder negative Werte…